Archiv für die Teneriffa-Kategorie 'Weiteres'

„Gleichwertig – aber nicht gleich“

Sonntag, 16. Oktober 2011
Internet-Kanzel Bertram Bolz, katholischer Touristen- und ResidentenseelsorgerWer mit offenen Augen durch die Welt geht, kann es nicht übersehen – hier auf Teneriffa schon gar nicht. Es gibt Männer, die Männer lieben und Frauen, die nur mit einer Frau an ihrer Seite glücklich sein können. Homosexualität gibt es in jeder Gesellschaft und wer sich ein klein wenig mit den Nachrichten beschäftigt, der bekommt immer wieder aufs Neue mit, mit welch großer Vehemenz sich die Katholische Kirche gegen Gesetzgebungen wendet, die gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit der traditionellen Ehe gleichsetzen, ihnen die gleichen Rechte einräumt – bis hin zur Adoption eines Kindes. Ich habe mich gefragt: Wie würde wohl ich reagieren. Was würde ich machen, wenn einer meiner Söhne mit einem Freund nach Hause käme und mir sagen würde: „Darf ich dir deinen künftigen Schwiegersohn vorstellen?“ Ich glaube, der Schock säße tief. Auch wenn ich mich ...

Niemals aufgeben

Sonntag, 18. September 2011
Internet-Kanzel Bertram Bolz, katholischer Touristen- und ResidentenseelsorgerKennen Sie den Roman von Ernst Hemingway „Der alte Mann und das Meer“? Santiago hieß der Fischer und Manolin der kleine Junge, der ihn oft begleiten durfte, wenn er aufs Meer hinausfuhr. Einmal aber, da konnte der alte Mann 84 Tage keinen Fisch fangen. Da beschloss er, am anderen Tag alleine rauszufahren – ohne Begleitung und weiter raus als sonst. Santiago wollte nur einen großen Fisch an die Leine bekommen – und: Es passierte wirklich! Ein großer Schwertfisch biss an. Er war länger als das Boot des alten Fischers und so dauerte der Kampf zwischen ihm und dem Fisch zwei Tage und zwei Nächte. Meilenweit zog der Fisch das Boot aufs Meer hinaus. Aber einmal kam er dem Boot so nahe, dass Santiago ihn mit der Harpune töten konnte. Er band ihn am Boot fest ...

Selbstbescheidung und Respekt!

Sonntag, 14. August 2011
Internet-Kanzel Bertram Bolz, katholischer Touristen- und ResidentenseelsorgerEin indischer Fürst ließ die Blinden seines Landes zusammen kommen und stellte dann einen Elefanten in ihre Mitte. Er sagte: „Dies, ihr lieben Blinden, ist ein Elefant.“ Dann führte er die einen von ihnen zum Kopf und ließ sie ihn betasten. Andere führte er zu einem Fuß, wieder andere zum Rüssel oder ans Ohr, einige andere zum Schwanz und einige zu den Stoßzähnen. Dann aber bat er die Blinden zu beschreiben, was denn ihrem Empfinden nach ein Elefant sei. Jene, welche nun den Kopf betastet hatten, verglichen ihn mit einem großen Topf; jene, die den Schwanz betastet hatten, sprachen von einem Besen. Die den Fuß befühlt hatten sprachen von etwas Runden – vergleichbar mit einem Baum, während die, welche den Rüssel betastet hatten, eher an eine Schlange dachten. Und die, welche das Ohr erspürten, für die ...

Bin ich anders?..?

Sonntag, 17. Juli 2011
Internet-Kanzel Bertram Bolz, katholischer Touristen- und Residentenseelsorger"Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu!" Das hat der Schriftsteller Ödön von Horvarth einmal ironisch-augenzwinkernd über sich selbst gesagt. An diesem Satz bleibe ich immer wieder hängen, vielleicht auch, weil er mehr über mich sagt als mir mitunter lieb ist. "Eigentlich bin ich ganz anders ..." Da vermittelt der eine in seinem Beruf gegenüber den anderen Kolleginnen und Kollegen den Eindruck: Ja, ich bin allen Herausforderungen gewachsen; ich bin souverän, mehr als belastbar, nichts ist mir zu viel und wenn man mir noch eine Verantwortung auflädt, dann pack ich das auch noch! Und wenn er oder sie nur ehrlich wäre, dann würden die KollegInnen spüren, wie er/sie sich doch völlig überfordert fühlt, sich am liebsten nach einem Mauseloch sehnt, in das man sich verkriechen kann. Einen anderen schätzt man im Freundeskreis ...

Was ist original?

Freitag, 1. Juli 2011
Internet-Kanzel
Bertram Bolz, katholischer Touristen- und ResidentenseelsorgerWenn Sie jemand darauf ansprechen würde, was denn für Sie typisch christlich zu sein scheint, was würden Sie demjenigen antworten? Typisch christlich ist: Die Taufe, das Kreuz, Gebete, der Weihrauch, das Hl. Brot… Oder würden Sie eher sagen: Die Heiligen und die Apostel, Advents- und Fastenzeit, Kirchensteuer und Kirchenstrafen, Wallfahrten und Wallfahrtskirchen... Oder würden Sie sagen: Das typisch christliche, das, was uns Christen von anderen unterscheidet, das ist Jesus von Nazareth, Jesus Christus, der Sohn Gottes, der aus der Jungfrau Maria geboren wurde. Vielleicht gehen Ihnen jetzt ganz viele andere Stichworte durch den Kopf und vielleicht hätten Sie ja auch noch etwas ganz anderes geantwortet – schließlich erhebt diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aber bezeugen all diese Begriffe und Attribute wirklich das eindeutig Christliche? Religiöse Zeichen hat es schon lange vor dem Christentum gegeben und ...

An Pfingsten brennt’s!

Sonntag, 12. Juni 2011
Internet-Kanzel
Bertram Bolz, katholischer Touristen- und ResidentenseelsorgerSo hat ein einmal ein Grundschüler auf die Frage geantwortet, was ihm denn zu Pfingsten einfällt. „An Pfingsten brennt’s!“ Dabei wird er wahrscheinlich an die Feuerzungen und Flammen gedacht haben, die auf die Jünger Jesu herabkamen. Diese wurden vom Geist Jesu erfasst und waren auf einmal „Feuer und Flamme“, so dass sie nur noch von ihm erzählen und die Mitmenschen für ihn begeistern wollten. Ja, „an Pfingsten brennt’s“, das war quasi die Initialzündung. Von dem Tag an breitete sich die Frohe Botschaft Jesu aus, wie ein Lauffeuer. Damals hat’s bei den Jüngerinnen und Jüngern „gezündet“ und sie fanden den Mut und die Kraft bei den Menschen von ihrem Glauben zu erzählen und es auch bei ihnen „zünden“ zu lassen. Begeistert und überzeugt war z.B. Petrus. Er, der noch wenige Tage zuvor so sehr gezweifelt hatte, ihm war ...