Das Horoskop – ein Angstmacher?
Internet-Kanzel
Ich weiß nicht, welche Seite Sie in Ihrer „Lieblings-Zeitung“ zuerst aufschlagen. Schließlich ist das ja auch bei jeder und jedem von uns ganz anders und letztlich immer deren oder dessen ureigene Sache. Ich weiß eben nur, manche schauen ganz gezielt nach den Kreuzworträtseln, andere nach Leserbriefen und manche schauen eben ganz gezielt nach dem Horoskop. Nein – nicht dass sie daran glauben; sie versprechen sich lediglich eine kleine Alltagsermutigung, ohne dass diese einen größeren Anspruch auf eine eindeutige Erfüllung hätte. Allerdings kann es gefährlich werden, wenn es so geht, wie bei einer jungen Frau. Die erzählte mir:
„Mein Problem ist ganz einfach meine Angst vor der Zukunft und damit verbunden die Frage: Was halten Sie denn von Horoskopen? Dabei meine ich nicht die Allerweltshoroskope in den Zeitungen, sondern jene, die, ganz gezielt nach Geburtstag und Geburtsstunde für einen ganz bestimmten Menschen errechnet und erstellt wurden. Ich habe das für mich machen lassen und seither habe ich Angst. Am Anfang habe ich mir da gar nicht viel daraus gemacht. Nachdem es einige Monate unbemerkt im Schrank lag, habe ich es dieser Tage wieder gelesen und festgestellt: So vieles stimmt. Da war z.B. die Rede von einem Krankenhausaufenthalt – und ich lag vor ein paar Monaten im Krankenhaus. Sollte es denn nun wirklich wahr sein, was da alles drin steht? Erfolg im Beruf, meine Ehe und Partnerschaft aber in der Vernichtung?…“
Ich weiß nicht, wie es Ihnen damit geht, aber komisch ist doch, dass das, was da eigentlich zum Leben helfen sollte, nichts anderes als Angst gebracht hat. Warum denn lassen sich Menschen ein Horoskop erstellen? Wohl doch in erster Linie darum, um ein höheres Maß an Sicherheit für ihr Leben zu gewinnen – oder nicht? Ich vermute mal, dass es bei den meisten Menschen so ist. Sie erhoffen sich Glück, materiellen Erfolg und um das wirklich zu erreichen, ergreift man jedwede Art von Vorhersage. Bei manchen kommt dann sicher noch hinzu, dass die heute so scheinbar streng wissenschaftliche Aufmachung der Horoskope fasziniert. Und wenn man es dann in Händen hält, wenn man sein Leben danach auszurichten versucht und meint, dass man jetzt gegen alle Klippen des Lebens gewappnet ist und man sein Lebensschiffchen an allen Untiefen vorbeisteuern kann, dann stellt man fest – ich bin in diesen Zeilen gefangen.
Wenn wir auf die Entstehungsgeschichte der Horoskope zurückblicken bleibt festzuhalten: Diese gehören in den Bereich der Astrologie, der Sterndeutung, die vor allem von den Babyloniern und Ägyptern entwickelt wurde. Die Menschen hatten damals die Vorstellung, dass die Erde eine Scheibe wäre, die im großen Weltmeer verankert ist. Festgemacht auf Pfeilern unverrückbar steht sie da. Über ihr wölbt sich der Himmel mit Sonne, Mond und Sternen. Unter ihr tat sich die Unterwelt auf, all das, was dem Menschen schadet oder ihm Böses zufügen möchte. Die Menschen damals hielten nun die Gestirne für den Gegenpol des Ganzen, für den Sitz von Göttern und Göttinnen die sie verehren und um Beistand bitten konnten. Besondere Hilfe erwartete man dabei von Göttern, deren Sternsitz nahe bei der eigenen Geburt oder in der Nähe der Sonne stand. Zwölf Sternbildern gab man Namen, die uns heute noch als Tierkreiszeichen bekannt sind. Der Mittelpunkt dieser Welt – so die Auffassung – war der Mensch.
Sterndeutung ist also uralt. Und damit verbunden war und ist schon immer der Versuch des Menschen herauszufinden, wie sein Leben wohl aussehen wird, wie es mit ihm weitergeht. Aber wenn es so ist, dass das Schicksal eines Menschen unausweichlich mit dem Augenblick seiner Geburt bestimmt ist, muss einen das nicht schicksalsgläubig stimmen?
Im Grunde stehen Sie und ich täglich neu vor der entscheidenden Frage: Auf wen höre ich – oder besser noch: Wem gehöre ich? Das ist nicht unwichtig. Denn Gott hat uns die Zukunft verborgen gehalten. Er will, dass wir Menschen sind, die dem Heute, dem Jetzt zuwenden und darin leben – nicht in Angst, sondern im Vertrauen. Denn Gott hat Ihnen und mir zugesagt: „Ich habe Dich beim Namen gerufen, du gehörst zu mir. Wenn du auch durch tiefe Wasser schreitest, ich bin bei dir. Wenn du auch durch Zeiten gehen musst, die in dir brennen wie Feuer, wirst du nicht versengt werden. Ich Dein Gott bin bei Dir und stehe zu Dir.“ (nach Jes 43, 2f) Das genügt – und es macht mir vor allem keine Angst! Ob da ein Horoskop je mithalten kann?
Bertram Bolz, Diakon
Kath. Touristen- und
Residentenseelsorger
Kapelle San Telmo, Puerto de la Cruz.















17. Juli 2010 um 16:15:54
Die Astrologie ist eine der ältesten “Wissenschaften” (schafft Wissen) der Menschheit. Auch das neue Testament kommt ohne den Sternenguck nicht aus…
die Weisen oder Maggies aus dem Morgenland reisten nach Israel,weil sie wußten dass dort ein großer König geboren würde, denn sie hatten seinen aufgehenden Stern gesehen.
An der Astrologie gibt es nichts zu beanstanden…der Astrologe sollte seinem Kunden vor der Beratung nur “kund” tun , das kein Mensch ein individuales Horoskop besitzt, sondern sich ein Horoskop mit einigen Tausend Menschen teilt, so genannte Horoskopzwillinge – die am gleichen Tag, bei gleichem Sonnenstand geboren wurden.
Dann wird man das Horoskop gleich weniger wichtig nehmen!
20. Juli 2010 um 20:32:22
Hallo Bertram,
die junge Dame hat nicht Angst vor ihrem Horoskop sondern Angst vor der Zukunft.
Sie suchte Rat und Hoffnung in den Sternen. den sie offensichtlich nicht bekam.
Nun jammert sie ihren Frust in ein Seelsorgerohr, dass du sie ernst nimmst ehrt dich…verteufel darum aber nicht die Astrologie… es ist wirklich eine sehr, sehr alte “Wissenschaft”, sie hat ihren eignen Charme …den ein Astrologe , möglichst ein Guter bei Bedarf vermitteln sollte ( schwarze Schafe gibt es natürlich überall..auch im seelsorgerischen Bereich).
Habe selber schonmal eine Astrologin aufgesucht…und war wirklich verblüfft, was die aus den Zodiakhyroglyphen so rauslesen konnte..
Es war eine D.A.V. geprüfte Astrologin…darauf sollte man glaube ich achten..ansonsten gilt:
Die Sterne lügen nicht..nur der Deuter kann irren…
P.S.: Die Astrologie ist keine Konkurenzveranstaltung zur Kirche, mittelalterliche Wandmalereien und Mosaike (z.b. Krypta von St. Gereon zu Köln… in der romanische Sternzeichen den Boden schmücken!) beweisen das!