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Lateinamerika – der große Bruder der Kanaren

Wenn man nicht viel über die kanarischen Inseln weiß, dann denkt man es hat die Kultur Spaniens komplett übernommen und man kann viele Parallelen erkennen. Das ist allerdings nicht ganz so.

Die kanarischen Inseln haben viel mehr Ähnlichkeit mit Lateinamerika als mit Spanien und man erkennt so viele Gemeinsamkeiten in allem möglichen Bereichen. Diese Verbindung der kanarischen Inseln mit Südamerika ist auf die jahrelange Ein- und Auswanderbewegung zurückzuführen. Viele der Canarios sind nach Kuba, Venezuela oder Argentinien ausgewandert als die Trockenzeit und politische Probleme über die Inseln wüteten. Später allerdings sind viele der ehemaligen Auswanderer oder deren Nachkommen wieder auf die Kanaren zurückgekehrt. Es wurden also viele Einflüsse und Elemente aus Kultur, Musik, Religion und so weiter von Lateinamerika auf die Inseln gebracht.

Heute wollen wir einmal über die Einflüsse in der Sprache berichten:

Die Canarios verwenden in der Aussprache beispielsweise nie das scharf gesprochene c oder z wie es die meisten Spanier aus dem Festland machen. Auf den Kanaren merkt man kaum einen Unterschied zwischen c, z oder s. Das c von Cerveza (Bier) wird wie ein s ausgesprochen während die Festlandspanier ein markantes, zischendes c verwenden.

Es gibt auch viele Wörter, die man in Spanien gar nicht verwendet und nur mit Schwierigkeiten verstehen würde, die aber hingegen auf den Kanaren sehr gängig sind. Ein Beispiel dafür ist das Wort Guagua (Autobus). Wenn man in Spanien Guagua sagt, dann schauen die Leute mal ganz komisch und wissen nicht so recht was man will. In Kuba beispielsweise ist der Autobus auch La Guagua.

Es gibt noch einige solcher Beispiele wie beispielsweise im kulinarischen Bereich viele Gemüsearten aus den Kanaren tragen Namen von den dementsprechenden Gemüsearten oder Früchten aus Südamerika. Erdnüsse beispielsweise sind in Spanien Cacahuetes und in Lateinamerika und auf den Kanaren sind es Manizes. Zu den Maiskörner sagen die Latinos und Canarios Millo während die Festlandspanier Maiz dazu sagen.

Seht ihr, wie ähnlich sich die kanarischen Inseln und Lateinamerika sind. Es gibt eine starke Verbindung zwischen den Inseln inmitten des Ozeans und des südlichen Kontinents von Amerika. Man könnte fast behaupten dass Leiteinamerika der große Bruder der Kanaren ist.

 

Musik und Kultur

Wer die kanarischen Inseln etwas besser kennt, der hat wahrscheinlich schon den Einfluss Lateinamerikas in Musik, Kultur, Mentalität und Sprache bemerkt.

In der Musik sind sehr starke Parallelen zu erkennen. Diese Parallelen erkennt man vor allem im Karneval!!! hier hab ich ein kleines Beispiel für euch:

Die Gruppe Orisha ist zwar aus Kuba, die haben aber extra ein Karnevalslied für Santa Cruz de Tenerife geschrieben. Der Karneval der kanarischen Inseln hat eindeutig Ähnlichkeit mit dem Karneval in Rio de Janeiro (Brasilien, Südamerika).

Auf Teneriffa und auf den anderen Inseln wird viel Salsa getanzt und die Musik ist wie gesagt sehr von Elementen aus Südamerika geprägt.

Wenn man sich mit den Canarios unterhält merkt man auch immer wieder dass diese lieber als Latinos bezeichnet werden als als Spanier.

Hier gibts noch ein schönes Lied über die kanarischen Inseln, in dem der Einfluss des Salsa und anderer Musikelemente aus Lateinamerika zu hören ist:

Ja, ja, man kann schon sagen, dass in den Adern der Canarios ganz eindeutig der Rythmus Lateinamerikas fliesst.

 

Mentalität

Die Canarios leben in einem ganz anderen Rythmus als die Spanier auf dem Festland, das merkt man sofort nach einigen Tagen auf den Inseln. Auch wenn man nur auf Besuch ist fällt einem die Gemütlichkeit und Gelassenheit der Einwohner der Kanaren auf.

Es bring sie nichts so schnell aus der Ruhe und sie verschieben gern was auf morgen. Im Gegensatz zum Festland Spanien merkt man leider auch einige Schwachpunkte in Sachen Organisation. Aber gut, es gibt eben überall Vor- und Nachteile.

Das Feiern und den lebensfrohen Lebensstil haben die Canarios mit den Bewohnern Südamerikas gemeinsam. Man wird von der guten Laune schnell angesteckt.

Die Männer sind auch noch eher ein bisschen „Machos“ wenn man das hier so schreiben darf. Die Frauen werden viel umworben und erobert, doch wenn sie dann einmal erobert wurden, wird nur ungern im Haushalt geholfen und das Mitspracherecht im täglichen Leben lässt auch zu wünschen übrig.

So weit zur Mentalität der Canarios und der Südamerikaner.