Pilger machen sich auf zur Virgen de Candelaria
Morgen, am 15. August 2008 wird hier auf Teneriffa das Fest von Maria Himmelfahrt gefeiert. Aufgrund der Himmelfahrt Marias pilgern die Tinerfeños und auch einige Ausländer oder Touristen zur schwarzen Marienfigur nach Candelaria.
Viele Gläubige haben aufgrund eines gesundheitlichen oder familiären Problems die schwarze Jungfrau von Candelaria um Hilfe gebeten und dafür das Versprechen gegeben am Tag der Himmelfahrt zu Fuß bis nach Candelaria zu pilgern. Doch die Beweggründe sind nicht nur religiöser Herkunft, manche Pilger wandern zum Vergnügen nach Candelaria und andere möchten einfach die Landschaft und die Gesellschaft der anderen Pilger genießen.

Kirche Candelaria
Der Weg beginnt in La Orotava und führt über die Berge in den Süden der Insel, man berechnet für den Pilgerweg eine Dauer von 20 Stunden. Gegangen wird dabei immer in Gruppen von acht und mehr Personen. Niemand wandert in der Nacht vom 14. auf den 15. August alleine über die Vulkanerhebungen bis nach Candelaria.
Die Virgen de Candelaria ist auf Teneriffa die am meisten verehrte Marienstatue und viele Gläubige verehren die Jungfrau. Die Madonnenfigur soll um 1390 am Strand gefunden worden sein.
Eine Geschichte erzählt, dass die Ureinwohner, die Guanchen in einer stürmischen Nacht am Strand von Candelaria eine Frauenfigur in der Dunkelheit entdeckt haben. Da diese auf ihre Schreie und Gesten nicht reagierte, wollten die Hirten Steine auf die Unbekannte werfen. Sie konnten allerdings nicht, da ihre Arme erstarrten und sie reglos blieben. Darauf haben die Guanchen die Statue dem Mencey (König) von Güimar gebracht. Seither wurde Sie als Heilige verehrt und von den Guanchen Charixaxi, was Retterin der Welt heißt, genannt. Sie brachten die Figur in eine Höhle in der Nähe des Strandes, wo heute die Kirche von Candelaria und die Guanchenfiguren stehen, gebracht. Bei einem darauf folgenden Unwetter schlug eine große Welle in die Höhle und riss die Statue mit aufs offene Meer. Man vermutet, dass die Statue von einem untergegangenen, spanischen Schiff stammte. Heute finden wir in der Kirche von Candelaria eine Kopie der sagenumwobenen Madonnenfigur.

Das Innere der Kirche von Candelaria
Nach dem langen und anstrengenden Pilgerweg kommen die Gläubigen und alle anderen Pilger erschöpft auf dem Platz von Candelaria an. Hier wird erst einmal Geist und Körper mit ein paar Gläsern Wein gestärkt und danach wird das Fest von Maria Himmelfahrt gefeiert.
Es ist erstaunlich, dass noch heute so viele Pilger sich auf den Weg nach Candelaria machen. Richtige Volkswanderungen finden aufgrund dieses Feiertages statt. Es ist Vorsicht geboten auf der Autobahn, da sich ein Teil der Pilger auf der Autobahn in Richtung Süden bewegen.
Vorherige Beiträge über die Pilger von Candelaria:
Nachtwanderung nach Candelaria














