Weinernte – Vendimia 2008
Teneriffa ist beliebt für die ortstypische Kost und die köstlichen Weine aus eigenem Anbau, die vor allem in den typischen Lokalen, genannt Guachinche, serviert werden. Das Herz eines jeden Weinliebhabers schlägt beim Genuss eines Glases solch eines edlen Tropfens höher.
Dieses Jahr hatte ich die Möglichkeit ein Mal hinter die Kulissen zu blicken und bei der Entstehung des Weines dabei zu sein. Zumindest bei den ersten Schritten von der Ernte bis zur Gärung.
Am Samstag, den 06. September 2008 war es so weit – der Tag der lange herbei gesehnten Vendimia, was so viel heißt wie Weinlese, war endlich gekommen. Zum ersten Mal dieses Jahr hat unser Freund Carlos seinen eigenen Wein angebaut. Nach der vielen Arbeit und den vielen Mühen war nun endlich der Tag der Ernte gekommen.
Morgens früh um 08:00 mussten wir bereit sein um das Pflücken der gereiften Trauben zu beginnen. Zur Grundausrüstung für die Weinlese gehört eine kleine Schere, mit der man die Weinreben abschneidet und einige Kisten, in die man die ausgelesenen Weinreben gibt. Bei den warmen Temperaturen auf Teneriffa gehört auch ein Strohhut zur Grundausrüstung.

Sonia mit Strohhut und Schere bei der Weinernte


Das Wichtigste ist es bei der Lese die ausgetrockneten, aufgeplatzten oder von den Vögeln angeknabberten Trauben zu entfernen. Nur die prallgefüllten, reifen Trauben werden zu Wein weiterverarbeitet. Die Ernte dauerte etwa von 08:00 bis 13:00. Das war ganz schön harte Arbeit, hat aber viel Spaß gemacht und war ein schönes Erlebnis.


Die schönen Weinreben werden für den Most ausgelesen
Der nächste Schritt ist nun die Verarbeitung der Trauben zu Most (Traubensaft). Ursprünglich wurden die Trauben in einem so genannten Lagar gestampft und der Most wurde in einem großen Behälter aufgefangen. Heute werden die Trauben mit Hilfe einer Maschine gepresst und die Arbeit ist so um Einiges leichter, aber auch weniger amüsant.


Sobald man den Most, oder Traubensaft erhalten hat, nimmt man eine Probe. Damit der Wein auch den richtigen Säuregehalt bekommt und Gären kann, muss die richtige Menge an Weinsäure (Weinsteinsäure) beigemengt werden. Wir hatten professionelle Weinhersteller unter uns Amateuren, die die exakte Menge an Säure unter den Most gemischt haben.


Der Wein entsteht durch einen natürlichen Gärprozess, zu dem man Hefepilze benötigt. Es wird eine kleine Menge Most mit etwas Wasser, das eine Temperatur zwischen 35 und 40°C besitzen sollte mit Hefe Pilzen vermischt. Man kann richtig beobachten, wie die Hefe ihre Arbeit tut und es bilden sich auf dem Wasser-Most-Gemisch Luftblasen bis eine Art Schaum entsteht. Sobald die Hefe so zu gären beginnt, muss man mehr Most beimengen. Nach etlichen Wiederholungen dieses Prozesses wird letztendlich das gegärte Gemisch unter den restlichen Most gemischt. Dabei muss das Hefe-Gemisch die gleiche Temperatur haben wie der Most.
Nun ist nur noch Geduld angesagt und der Wein braucht seine Zeit zum Gären. Es wird auch Zucker zugefügt, um den Geschmack etwas abzurunden.
Ich hoffe unser Carlos ist so großzügig und lässt uns vom Endprodukt unserer Arbeit ein Tröpfchen kosten.
Die Vendimia ist wie ein kleines Volksfest, die Weinernte und Auslese ist eine fröhliche Beschäftigung. Nach der harten Arbeit gibt es eine deftige Mahlzeit und natürlich auch etwas Wein vom Vorjahr.
Für Interessierte wird eine Vendimia in La Cruz Santa, in der Nähe von La Orotava organisiert. Am 27. September hat man die Möglichkeit gegen einen niedrigen Preis daran teilzunehmen. Diese Vendimia wird von ASVITEN organisiert, und ist ein wahres Erlebnis! Die Ernte und die Verarbeitung werden noch so wie vor vielen Jahren gehandhabt, die Trauben werden per Esel in den Lagar gebracht und dort gestampft. Falls Sie ein Weinliebhaber sind, sollten Sie mindestens ein Mal Trauben gestampft haben. Sie können sich für die Vendimia gerne mehr Information bekommen bei:














