Weisheiten für jeden Tag – nicht nur für Narren
Internet-Kanzel
Wenn jetzt auf Teneriffa und anderswo wieder die heiße Phase des Karnevals, Faschings oder wie man bei mir zu Hause sagt, der Fasnet oder Fasnacht beginnt, dann tut es ganz gut mal wieder daran erinnert zu werden, dass Lachen und Heiterkeit eigentlich eine urchristliche Angelegenheit und Aufgabe sind. So möchte ich mich dem auch nicht entziehen – und ihnen hier ein paar Geschichten zum Besten geben, die nicht nur für die „tollen“ Tage gedacht sind – sondern weit darüber hinaus Bestand haben. Es sind letztlich Weisheiten für jeden Tag, die uns zum wahren Leben verhelfen:
Die Familie war um den Esstisch versammelt. Der älteste Sohn kündigte an, er werde das Mädchen von gegenüber heiraten. „Aber ihre Familie hat ihr nicht einen Cent hinterlassen“, sagte der Vater missbilligend. „Und sie selbst hat nicht einen einzigen Euro gespart“, ergänzte die Mutter. Der kleine Bruder klagte: „Sie versteht nichts vom Fußball“, und die Schwester sagte: „Ich habe noch nie ein Mädchen mit einer so komischen Frisur gesehen.“
Der Onkel schaltete sich ebenfalls ein und meinte: „Sie tut doch den ganzen Tag nichts anderes als Romane lesen“ und die Tante fügte hinzu: „Und sie zieht sich ziemlich geschmacklos an.“ „Aber sie spart nicht an Puder und Schminke“, gab die Großmutter von sich.
„Alles richtig“, meinte da der Sohn. „Aber sie hat – verglichen mit uns – einen unheimlich großen Vorteil“. „Wirklich? Und der wäre?“, wollten alle wissen. Darauf der Sohn: „Sie hat keine Familie.“
******************************************************
Zwei kleine Jungen unterhielten sich.
Fragte der eine den anderen: „Wie alt bist du?“
„Ich bin fünf – und wie alt bist du?“
„Das weiß ich nicht.“
„Was? Du weißt nicht wie alt du bist?“
„Nee.“
„Machen dir Frauen zu schaffen?“
„Nee.“
„Dann biste vier.“
******************************************************
Ein Priester saß an seinem Schreibtisch und bereitete eine Predigt über die Vorsehung vor, als der Fluss plötzlich Hochwasser bekam. Das Wasser stieg so schnell, dass die Bevölkerung evakuiert werden musste. Und obwohl er Panik in sich aufsteigen spürte sagte der Priester: „Ausgerechnet jetzt arbeite ich an einer Predigt über die Vorsehung. Ich werde also jetzt praktizieren, was ich zu predigen gedenke. Ich werde nicht fliehen, sondern darauf vertrauen, dass Gott mich rettet.“
Als das Wasser bis zu seinem Fenster stand, fuhr ein Boot vorbei und die Menschen riefen ihm zu: „Steigen sie ein, Herr Pfarrer.“ „Nein, sagte der Priester zuversichtlich, „ich vertraue auf die Vorsehung. Gott wird mich retten.“
Er kletterte jedoch auf das Dach, und als das Wasser auch bist dorthin stieg, kam ein weiteres Boot voller Menschen vorbei, und sie drängten den Pfarrer, endlich einzusteigen. Aber der lehnte ab.
Dann stieg er hoch bis in die Glockenstube. Als ihm das Wasser bis zu den Knien reichte, schickte man einen Polizeioffizier mit einem Motorboot, um ihn zu retten. „Nein, danke“, sagte der Priester lächelnd. „Ich vertraue auf Gott, er wird mich nicht im Stich lassen.“
Als der Pfarrer schließlich ertrunken und in den Himmel aufgestiegen war, beklagte er sich vehement beim lieben Gott. „Ich habe auf dich vertraut. Aber du – du hast nichts unternommen, um mich zu retten.“
„Nun mach mal halblang“, erwiderte ihm Gott liebevoll, „immerhin hab ich Dir drei Boote geschickt.“
******************************************************
Ich wünsche Ihnen allen ein paar „tolle Tage“ hier beim Karneval auf Teneriffa.
Lachen Sie und freuen Sie sich am Leben. Und denken Sie vor allem bei jeglichem Verhalten daran: „Keinem/r zum Leid, allen zur Freud.“
Bertram Bolz, Diakon
Kath. Touristen- und
Residentenseelsorger
Kapelle San Telmo, Puerto de la Cruz