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Geschichte - Insel Chronik für Teneriffa


Geschichte der Insel Teneriffa

Im Atlantik, recht nah der Westküste Marokkos, liegen die Kanarischen Inseln und Teneriffa ist die größte von ihnen. Wenn man die Karte sieht, sollte man meinen – Teneriffa gehört zu Afrika.

Das stimmt nicht. Teneriffa und alle anderen Kanarischen Inseln sind ein Teil Spaniens.

Wie kam es dazu?

Schauen wir uns die Geschichte einmal näher an.



1100 – 800 v. Chr.

Es ist nicht so ganz genau belegt, wann die ersten Menschen Teneriffa erreicht und bewohnt haben. Man nimmt an es geschah irgendwann in diesen Jahren als Folge der immer schwierigeren Lebensbedingungen in der Wüste Afrikas.

Die ersten schriftlichen Nachweise sind von Plinius dem Älteren, ein römischer Schriftsteller. Danach haben die Phönizer im Jahr 25 v. Chr. die Glücklichen Inseln – wie sie genannt wurden – entdeckt und besiedelt und damit auch Teneriffa.

 

1341

Ungefähr um das Jahr 1000 unserer Zeitrechnung kamen Araber auf die Insel, allerdings weiß man bis gegen Ende des 14. Jahrhunderts nicht viel von dem, was sich hier abgespielt hat.

Erst als Seefahrer aus Italien, Spanien, Portugal und Frankreich Teneriffa erreichten und einen regen Handel mit Sklaven trieben, bekam die Insel eine wichtige Bedeutung.

 

1494

Es gab immer wieder Auseinandersetzungen zwischen den Portugiesen und Spaniern, jeder wollte die Insel für sich. 1479 kam es dann zum Frieden von Alcácovas und die Portugiesen erkannten die Besitzansprüche der Spanier an. Ab diesem Zeitpunkt wurde dann aktiv und in kämpferischen Auseinandersetzungen mit den Guanches (den Ureinwohnern Teneriffas) immer wieder um die Vormacht gestritten. Die Guanchen leisteten lange Widerstand. Eine der großen Niederlagen der Spanier war 1494 bei La Matanza, was soviel wie Das Gemetzel heißt. Dann aber gewannen die Spanier die Oberhand. Fernández de Lugo siegte 1496 über den König von Taoro (heute La Orotava) und damit galt Teneriffa als erobert und als Teil Spaniens.

Schnell vermischten sich Einheimische mit Spaniern.

 

Das 16. Jahrhundert

Die Kolonisierung nahm immer größere Dimensionen an und der Handelsverkehr zwischen Teneriffa und den anderen europäischen Ländern florierte. Der Zuckerrohranbau wurde voran getrieben und die Guanchen immer mehr zum Christentum geführt.


Das 17. und 18. Jahrhundert

Immer wieder versuchten andere Länder, die Insel einzunehmen. Im Jahr 1657 versuchten es die Engländer mit Admiral Blake, aber erfolglos. Sein Angriff auf Santa Cruz de Tenerife schlug fehl.

Und auch weitere Angriffe – so 1709 von Gennings und 1797 von Admiral Horatio Nelson – konnten die Vorherrschaft Spaniens nicht beenden. Nelson verlor bei dieser Schlacht seinen rechten Unterarm.

Der Profit durch den Zuckerrohranbau nahm immer mehr ab und so wurde nach und nach mit dem Anlegen von Weingärten begonnen.

In den Jahren 1704, 1705 und 1706 litt die Insel unter schweren Vulkanausbrüchen.

1715 ging dann auch der Weinabsatz immer weiter zurück und viele Einwohner Teneriffas beschlossen nach Lateinamerika auszuwandern.

1744 wurde in La Laguna die erste kanarische Universität überhaupt gegründet.

1797 kam es – wie schon erwähnt – zu dem Flottenangriff auf Santa Cruz unter Admiral Nelson.

 

Das 19. Jahrhundert

Bis 1852 gehörten Teneriffa und Gran Canaria zusammen. Nun kam es zur Teilung der Kanaren in zwei Provinzen – nämlich Santa Cruz de Teneriffa und Las Palmas de Gran Canaria.

Eines der frühindustriellen Standbeine Teneriffas war die Koschenillegewinnung, das war die Gewinnung der roten Farbe aus dem Blut von Läusen.

Seit 1870 kam es dann zum Vormarsch der Anilinfarben und das wiederum führte zu neuen Auswanderungszügen.

1888 wurden die ersten Bananenplantagen angelegt, ein neuer Wirtschaftszweig war geboren.

 

Das 20. Jahrhundert

1927
wurden die Kanaren in eine östliche und eine westliche Provinz aufgeteilt.

Am 18. Juli 1936 kommt es zu einem sehr unrühmlichen Teil der Geschichte Teneriffas.

Der Militärkommandeur der Kanaren und spätere Diktator Spaniens – General Francisco Franco – fliegt von Santa Cruz nach Spanisch-Marokko. Der Beginn des Spanischen Bürgerkriegs. Er dauert bis April 1939 und das Ergebnis war der Sieg General Francos und die bis 1975 anhaltende Diktatur in Spanien, wovon natürlich auch Teneriffa betroffen war.

Trotzdem nimmt der Tourismus seit dem Jahr 1960 immer größere Formen auf Teneriffa an und wird zum wichtigsten Wirtschaftszweig überhaupt.

1982 werden die Kanaren – und damit auch Teneriffa – zur autonomen Region innerhalb Spaniens.

Nach diesem Versuch eines chronologischen Abriss der Geschichte Teneriffas noch zwei zusätzliche Informationen.

Teneriffa als größte Insel der Kanarischen Inseln wurde bis zum 15. Jahrhundert vom Guanchenhäuptling Tinerfe regiert. Nach seinem Tod übernahmen diese Aufgabe seine neun Söhne.

Daraus resultiert auch noch die Bezeichnung der Einwohner Teneriffas – Tinerfeños.

Der Name Teneriffa bedeutet eigentlich Schneebedeckter Berg. Damit ist der Teide gemeint.

Die Insel ist, wie die anderen Inseln auch, entstanden aus Vulkanausbrüchen.

Vor rund 10 Millionen Jahren begann eigentlich die Entstehung von Teneriffa. Stellen Sie sich vor, die Berge des Teno-Gebirges, des Anagagebirges und die Berge bei Adeje waren einstmals 3 Inseln. Durch den Ausbruch des Urvulkans sind sie dann zu einer Insel – nämlich Teneriffa – zusammengeschmolzen. Dabei entstand der Caldera – der größte Krater der Welt (16 km Durchmesser und 500 m hohe Kraterwände). Der Pico Viejo und der Pico del Teide fingen vor ca. 500.000 Jahren aus diesem Krater heraus zu wachsen. Mittlerweile ist der Pico del Teide nicht nur der höchste Berg Teneriffas, sondern mit 3.717 m auch der höchste Berg Spaniens.

Der letzte Vulkanausbruch war im Jahr 1909 am Chinyero bei Santiago del Teide. Der Pico del Teide lässt allerdings immer noch Schwefelwasserstoff frei.

Und hoch oben auf dem Gipfel des Teide liegt im Winter Schnee. Weil der Berg dominierend mitten auf der Insel liegt, ist es schon ein zauberhafter Anblick – am Strand liegen und den schneebedeckten Gipfel sehen… das ist Teneriffa!