Pilgerweg nach Candelaria an Mariä Himmelfahrt
Tausende Pilger machen sich auf nach Candelaria…
Jedes Jahr am 15. August wird hier auf Teneriffa das Fest von Mariä Himmelfahrt gefeiert. Aufgrund der Himmelfahrt Maria’s pilgern die Tinerfeños, wie die Einheimischen von Teneriffa auf Spanisch genannt werden, sowie auch einige Ausländer oder Touristen zur schwarzen Marienfigur nach Candelaria.

Die festlich angestrahlte Kirche in Candelaria



…aber ein Drittel der Gläubigen waren am schlafen!
Der Weg beginnt in La Orotava und führt über die Berge in den Süden der Insel, man berechnet für den Pilgerweg eine Dauer von 20 Stunden. Gegangen wird dabei immer in Gruppen von acht und mehr Personen. Niemand wandert in der Nacht vom 14. auf den 15. August alleine über die Vulkanerhebungen bis nach Candelaria.

Blick auf die nächtliche Ostküste Teneriffas

Beim Pilgern nachts nach Candelaria…
Es ist erstaunlich, dass noch heute so viele Pilger sich auf den Weg nach Candelaria machen. Richtige Volkswanderungen finden aufgrund dieses Feiertages statt.

Viele Leute pilgern entlang der Autobahn nach Candelaria
Es ist Vorsicht geboten auf der Autobahn, da sich ein Teil der Pilger genau auf der „Autopista“ in Richtung Süden bewegen!
Der Weg über die Berge ist natürlich viel schöner, aber auch wesentlich anstrengender.

Zwischendurch machen manche eine Pause am Meer

5 Uhr nachts im Kirchgarten der Basilika: schlafende Leute…
Viele beginnen ihre Wanderung nach Candelaria am Barranco Grande, der zu Santa Cruz de Tenerife gehört, denn durch diese Schlucht verläuft der traditionelle Pilgerweg.

Hintergrund – Geschichte der Madonna von Candelaria
Auf Teneriffa wird die heilige Jungfrau von Candelaria bis heute von den Inselbewohnern verehrt. Ein Mal im Jahr machen sich die Menschen auf einem Pilgerweg auf den Weg nach La Candelaria um die Jungfrau zu ehren. Die Madonnenfigur der schwarzen Madonna soll um das Jahr 1390 am Strand gefunden worden sein.
15. August – Fest der Patrona General de Canarias (Schutzheilige der Kanaren):
La Virgen de Candelaria (die Jungfrau von Candelaria)
Die Name der Stadt Candelaria kommt übrigens von dieser Madonna und von dem Wort „Candela“ (Kerze), die die Virgen (die Madonna) in ihrer Hand halt.

Diese Verehrung der Madonna basiert auf einer Legende, die man sich auf Teneriffa erzählt. Der Legende zufolge hat sich im Jahre 1390 ein wundersames Ereignis zugetragen.
In der Nähe von Güimar, am Barranco Chinguaro, hatten zwei Hirten, Untertanen des damaligen Menceys Acaymo (König der Guanchen), ihre Schafe auf die Weide geführt. Plötzlich entdeckte einer der Hirten eine strahlenden Frauengestalt in der Nähe des Strandes.
Als sich die neugierigen und erschrockenen Hirten der Gestalt näherten, wurden sie durch das Licht, das diese ausstrahlte, verwirrt. Einer der beiden versuchte mit einem Stein auf die Gestalt zu werfen um zu sehen ob es sich um eine Erscheinung oder um eine wahre Gestalt handelte. Als der Hirte mit dem Stein werfen wollte, erstarrte dieser plötzlich und konnte sich nicht mehr bewegen. Sein Begleiter nahm ebenfalls einen spitzen Stein in die Hand und wollte überprüfen, ob diese Erscheinung nur eine Statue oder tatsächlich menschlicher Gestalt war. Als er versuchte die Hand der Frauenfigur mit dem Stein zu verletzen, merkte er, dass es seine eigenen Hand war, die nun verletzt war und blutete.
Die Hirten wussten nicht wie ihnen geschah und machten sich auf um sie ihrem König von Güimar, dem Mencey Acaymo zu bringen und ihm von dieser Begegnung zu berichten. Dieser wollte sich selbst von der Erscheinung überzeugen und folgte den Hirten. Als er die strahlende Gestalt erblickte, war er sich bewußt, daß es sich um etwas Übermenschliches handelte. Er befahl dem verwundeten Hirten die Frau zu berühren und siehe da! Seine Hand war geheilt.
Acaymo ließ die Figur in seine Höhle bringen und alle Guanchen seines Königsreiches durften die schöne Gestalt bewundern. Anschließend wurde die Figur in die Höhle Achbinico in der Nähe des Strandes bei Candelaria gebracht.
Seither wurde Sie als Heilige verehrt und von den Guanchen Charixaxi, was Retterin der Welt heißt, genannt. Sie brachten die Figur in eine Höhle in der Nähe des Strandes, wo heute die Kirche von Candelaria und die Guanchenfiguren stehen, gebracht.
Etwa 40 Jahre später teilte ein entflohener Gefangener der spanischen Eroberer, namens Anton, den Ureinwohnern mit, daß es sich bei der Figur, die sie verehrten, um die heilige Jungfrau Maria handle. Man vermutet, dass die Statue von einem untergegangenen, spanischen Schiff stammte. Die Marienstatue wurde bis dahin von den Guanchen für Chaxiraxis (Mutter, die die Welt erhält) gehalten.
In die Höhle Achbinico kamen die Guanchen dann immer, um die Jungfrau zu ehren und um Hilfe zu bitten. In der Höhle verblieb die Figur bis ins Jahr 1826 bis sie durche eine Sturmflut von den Wellen der Höhle entrissen wurde und wieder dorthin verschwand, wo sie vor langer Zeit hergekommen war.
Heute finden wir eine Nachbildung der sagenumwobenen Madonnenfigur der heiligen Jungfrau (La Virgen de Candelaria) in der Kirche von Candelaria. Viele Menschen kommen jährlich um die heilige Statue der Virgen de Candelaria anzubeten und sie um Gesundheit zu bitten.
Der 15. August ist das Datum, an dem die Jungfrau/Virgen den Guanchen (Ur-Einwohner von Teneriffa) erschienen ist.
Die Basilika von Candelaria
Die Basilika von Candelaria ist die Kirche, die am Ziel des Pilgerweges auf die Pilgernden wartet.
Die Basilica de Nuestra Señora de la Candelaria (Basilika der Heiligen Jungfrau des Lichtes) befindet sich in der Gemeinde von Candelaria, rund 20 km südlich der Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife.

Die Basilika von Candelaria, das Ziel des Pilgerweges

Schild an der Basilika von Candelaria
Im Inneren der Basilika befindet sich auch eine kleine Kapelle, die dem gekreuzigten Jesus Christus gewidmet wurde. Die Christusfigur wurde von einem einheimischen Steinmetz für die Basilika angefertigt.
Auffällig sind die Fresken und Engelsfiguren in der Basilika, die den Hochaltar und die Nebenaltäre schmücken. Eine weitere Besonderheit der Basilika von Candelaria sind prunkvolle Wandgemälde, die als Votivgaben dienten. Die Decke ist im Mudejar Stil gestaltet worden.
Die Kuppel der Basilika sorgt durche eine aufwendige Architektur für besonders viel Lichteinfall und zieht viele bewundernde Blicke auf sich.
In der Basilika befindet sich ein weiterer Altar, auf dem die Gaben Gläubiger für die Jungfrau aufbewahrt werden. Zwei grosse, wunderschöne Ölgemälde, von denen eines das letzte Abendmal darstellt, verschönern zusätzlich das Innere der Basilika. Die Basilika von Candelaria besitzt eine Kapazität für 5.000 Personen.
Zwei Türme auf der Frontseite von einer Höhe von 35 m und ein Seitenturm von 45 m gestalten die Aussenarchitektur der Basilika. Der Seitenturm ist mit einem kanarischen Holzbalkon und einem Mosaik, das die Jungfrau beim Wunderwirken darstellt, verziert.
Vor der Basilika befindet sich ein grosser Platz der mit neun Statuen der ehemaligen Könige der Guanchen geschmückt ist. Hinter der Basilika befindet sich eine kleine Kapelle, die an der Stelle errichtet wurde, an der die Statue von den Ureinwohnern aufbewahrt wurde. Die Kapelle ist ebenfalls sehr viel besucht und gilt als Heiligtum.
Ein Besuch der Basilica de Nuestra Señora de la Candelaria gehört zu einem Kultururlaub auf Teneriffa sicher dazu.

