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Sonnenaufgang auf dem Pico del Teide

Eigentlich war dieser Blogbeitrag direkt für Montag bestimmt, aber da kam uns das Feuer dazwischen. Was für eine Energie, daß wir so kurz vor diesem größten Brand auf Teneriffa dort oben waren!

Endlich haben wir das gemacht!!! 😀
Schon lange wollte ich zum „El Pico del Teide“ wandern…

So haben wir uns spontan, erst vor ein paar Tagen entschieden, jetzt am Wochenende eine Nachtwanderung auf den Teide zu machen.

Schild im Parque Nacional del TeideDer Zweck unserer Nachtwanderung war, daß wir so gegen 6.30 Uhr auf dem Pico sein würden, also ganz oben auf der höchsten Spitze des Teide, um den Sonnenaufgang von dort aus mitzuerleben.

Wir sind gegen 23.15 Uhr von „km 40“ auf der Strasse TF21 auf 2350 m Höhe gestartet.
Der Höhenunterschied bis zum Pico beträgt 1400 Meter! 😛

Die Verrückten, die sich um diese Uhrzeit auf den Weg machten, waren also ich, Tene, unser Führer Fulvio, Bibi, Daniela, Alex und Tommy.

Mond, Parque Nacional del TeideDiese Nacht war fast Vollmond und so hat das Licht des Mondes uns den Weg gezeigt!
Wir haben unsere Frontal-Lichter fast nicht gebraucht, nur ganz oben das letzte Stück weit!

Geil!!! Auch wenn die Sterne nicht zu sehen waren!

Samstag war ein ziemlich warmer Tag!
Die ersten Kilometer war der Weg ziemlich leicht. Der Weg war anfangs sehr breit. Nach ungefähr 30 Min wurde die Steigung etwas mehr.

Weg zum Teide bei NachtDie Temperatur war noch angenehm, aber ein gefährlich kalter Wind Luft hat ein bisschen gestört. Solange man in Bewegung war, war es angenehm war und durch die Anstrenung schwitzte man sofort, aber kaum machten wir 2 Minuten Pause, störte der Wind und eilte uns zum Weitergehen … schwer zu verstehen, wie wir uns eigentlich anziehen mussten … mir war total warm, aber im selben Moment auch kalt … alle 10 Meter wurde es beim Anstieg kühler… man konnte deutlich merken, wie die Luft dünner wurde.

Innerhalb von 3 1/2 Stunden sind wir ruhig und entspannt am Refugio de Altavista (3270) angekommen.
Das war viel schneller, als wir uns das vorgestellt hatten.
Es war noch zu früh, um sofort zum Pico aufzusteigen, so haben wir hier ein paar Stunden Schutz vor dem Wind gesucht und uns ausgeruht.
In der Hütte haben andere Leute geschlafen… das haben wir aber erst beim Weggehen bemerkt, und auch nur, weil wir hinter dem Gebäude hergegangen sind, wo eigentlich kein Weg war. Von vorne hatte es so ausgesehen, als wenn die Hütte zu war…. 😐
Aber wenn man innen übernachtet, muß man morgens die Genehmigung vorzeigen, die man sonst auch tagsüber benötigt, um auf den Teide zu steigen.

Um 5 Uhr, gut durchgefroren, sind wir wieder gestartet…
Der Pfad steigt noch ungefähr 1 Stunde bis zur Seilbahn-Station (Teleferico) an, aber wie hart das letzte Stück ist, mit weniger Sauerstoff in der Luft wegen der Höhe…

Sulfur auf den Pico del Teide

Ziemlich erschöpft sind wir endlich an der Spitze also am Pico del Teide angekommen!

Sofort stieg uns ein Schwefel-Geruch in die Nasen, der als Dampf aus einem Loch quoll.
Ein komisches und irgendwie unwirkliches Gefühl!

Wir haben uns also direkt auf der Teide-Spitze hingesetzt. 2 Leute waren schon vor uns dort.
7.45 Uhr: der Himmel war noch dunkel, aber es fing schon an, hell zu werden.
Der Wind war richtig kalt!
Langsam sind mehr Leute oben angekommen …
Leider, leider konnte man schon merken, daß der Kalima unser Feind war!

In einer halben Stunde war es schon Tag….
An hellen Tagen kann man von hier oben alle Inseln des Archipels und mit Glück auch die afrikanische Küste sehen… aber wir konnten fast nicht die Küste von Teneriffa sehen…

Sonnenaufgang auf dem Pico

Sonnenaufgang auf den Pico

Sonnenaufgang auf dem Pico

Der Sonnenaufgang war schön, leider nicht so besonders, aber das macht nichts… Wir können ja nochmal raufgehen, aber das Gefühl, auf dem Dach von Teneriffa zu sein, nach einer langen Nacht Wandern…. Wenn man daran denkt, daß wir für einen Moment die höchsten Menschen in Spanien waren, war ein gutes Gefühl! 😀

Caldera, Parque Nacional del Teide

Weg hoch auf den Pico del Teide

Unser Weg auf den Pico del Teide

Pico del Teide

Zurück sind wir mit der Seilbahn!

Seilbahn Station - Teleferico al Teide

Seilbahn auf dem Teide



7 Reaktionen zu “Sonnenaufgang auf dem Pico del Teide”

  1. unserekleinemaus

    Hallo,
    der Beitrag ist super interessant und die Bilder sind toll. Darf ich die Bilder für meine Website nutzen?
    Gruß
    unserekleinemaus

  2. tene

    Wenn unter dem Bild ein Link auf http://www.sonneninsel-teneriffa.de eingefügt wird, dürfen Sie die Bilder gerne für Ihre eigene Webseite, sowie für Threads in Foren und Blogs verwenden!

  3. Jörg

    Hallo,

    freut mich zu hören das es so ein eindrucksvolles Erlebnis war den Teide Nachts zu besteigen.
    Ich wollte die Besteigung ende August machen mit Übernachtung auf Altavista und früh Morgends den Gipfel erklimmen!
    Leider scheitert das bis jetzt daran das laut meiner Informationen Refugio de Altavista immer noch wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist! Lese hier aber etwas anderes. Ist deine Aussage richtigt das die Personen in der Hütte Übernachtet haben?
    Desweiteren hört es sich für mich so an das ihr ohne Genehmigung auf den Gipfel steigen konntet, ist das korrekt? Diese Info ist mir dann nämlich auch neu!

    Gruß an die Gipfelstürmer… Jörg

  4. Fred

    Servus!

    Haben den Teide am 10.9.2007 tagsüber bestiegen, im Refugio war einer oder mehr Arbeiter und es war geschlossen. Ich denke, die übernachten dort, sonst würden die jeden Tag eine schöne lange Wanderung machen dürfen. Aber auch so eine super Tour! Tolles Erlebnis!

    Grüße an alle Teide-Freunde!

  5. Roland Holbach

    Hallo,

    habe den Bericht mit Interesse gelesen, weil ich selbst für den 10.-11.November eine Übernachtung in der Schutzhütte Altavista gebucht habe um dann morgens den Sonnenaufgang dort zu erleben. Wieviel Zeit muß ich für die Wanderung von der Schutzhütte zum Gipfel einplanen und um wieviel Uhr müsste man spätestens vor Ort sein. Bin dankbar für weitere Tipps (Kleidung, Licht, Verpflegung usw.)

  6. Patrick

    Hallo,

    wir waren am 4./5.10. am Teide mit Übernachtung auf der Hütte. Die Hütte ist sehr schön renoviert worden. Wasser (kein Trinkwasser, abkochen) ist vorhanden, und eine elektr. Kochplatte. Wir haben von der Hütte zum Gipfel bei sehr gemütlicher Gehweise incl. kurzer Stopps beim Mirador de la Fortaleza und der Seilbahn knapp 2h gebraucht. Wir sind allerdings bewußt langsam gegangen, um nicht zu sehr zu schwitzen, damit uns am Gipfel dann nicht friert.
    Die Hütte ist seit 1.10. wieder offen. Die Übernachtungsbestätigung auf der Hütte ist das Permit für den Gipfel, man muß aber vor 9.00 wieder herunten sein. Besser gesagt: außerhalb der Betriebszeiten der Seilbahn ist kein Ranger oben und es schert sich keiner darum, wer da raufsteigt.

  7. Roland

    Ich muß schon sagen , das sind ja die reinsten Spaziergänge, die ihr unternommen habt.
    2006 im Januar vom Parkplatz zu zweit (meine Frau und ich, beide 63 Jahre ) den Aufstieg am Nachmittag begonnen. Um ca 17 Uhr das Refugio de Altavista erreicht. Eine Gruppe Studenten und vier Ehepaare mittleren Alters warteten bereits vor der verschlossenen Hütte. Es war eisig kalt und alle suchten im Windschatten hinter der Hütte die letzten wärmenden Sonnenstrahlen. Um 18 Uhr öffnete der Hüttenwirt. Drinnen war es genau so kalt. Frisches Wasser gab es keins. Jeder mußte
    etwas dabei haben oder Schnee auftauen, der reichlich vorhanden war.
    Toilettenbenutzung ? Fehlanzeige ! Alles eingefroren. Draußen, zwischen den Felsen, ohne Spülung. Die Damen rechts und die Herren links. Nachdem wir unsere Quartiere bezogen haben, es gab richtig dicke Daunendecken die auch bitter nötig waren. Die Ehepaare belegten das 8-Bettzimmer und die Studentengruppe das 12-Bettzimmer. Dann haben wir, so gut es eben ging, eine warme Mahlzeit (Suppe) zubereitet.
    Kurz vor 20 Uhr durften wir den großen offenen Kamin anheizen.
    Vorher gab es kein Holz! Holz ist da oben kostbar und der Hüttenwirt hält es auf dem Dachboden unter Verschluß.
    Mit 20 Personen vor dem offenen Kamin wurde es dann auch bald warm und lustig. Vier Nationen, die sangen, lachten, Witze erzählten und diese dann auch noch übersetzten. Das ergab allein schon wieder neue Witze. Um 23 Uhr ging alles in die Federn. 4,30 Uhr wollten wir aufstehen.
    Ich leierte dem Wirt noch einige Holzscheite für den Kamin aus dem Dachboden und ging auch schlafen. Nein ich versuchte es, denn der Engländer schnarchte dermaßen brutal, dass nichts draus wurde.
    Ich nahm mein dickes Federbett, klappte die Ledercouch vor dem Kamin auf und schlief bei flackerndem Feuer den Schlaf der Gerechten.
    4.30 Uhr austehen, 5,00 Uhr los. Die jungen Leute legten gleich ein Tempo vor, dass meine bessere Hälfte es nach 200 m vorzog, wieder zur Hütte zu gehen. Nun gings weiter, mit wenig Sicht über Eis- und Schneefelder. Die Gipfelstürmer waren bald eingeholt und ich hielt mich immer so im Mittelfeld. Auf Höhe der Seilbahnstation türmten sich die Schneewände 2m hoch. Oben angekommen war es dann leider nichts mit dem erhofften Sonnenaufgang über Afrika. Die Küste lag in Wolken
    gehüllt. Noch ein wenig die Füße an den warmen Schwefel-Austrittsstellen gewärmt (geht hervorragend) und ab nach unten zur Hütte, denn dort wartete meine Frau (sicherlich ist sie wieder in’s Bett gegangen).
    Als ich dort ankam, wollte sie gerade den Abstieg beginnen.
    Bei eisigem Wind und Eisregen ging es nach unten zum Parkplatz.
    Am nächsten Tag lag selbst auf Parkplatzhöhe alles unter einer 10 cm dicken Schneeschicht und die Straßen wurden dort gesperrt.
    Glück gehabt !!!!!!!!!!!
    Helga und Roland