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Der kanarische Drachenbaum und das Drachenblut

Drachenbäume

Der älteste und prächtigste Drachenbaum, der zum Wahrzeichen der Insel Teneriffa geworden ist, befindet sich in Icod de los Vinos. Fotos und Infos zu diesem Drachenbaum finden Sie hier: Fotos: Drachenbaum in Icod de los Vinos

Der Drachenbaum ist ein endemischer Baum, d.h. er kommt nur in Makaronesien vor. Die Region Makaronesien umfasst die Kanaren und damit auch Teneriffa, aber auch die Kapverden, die Azoren, Insel Salvajes und Madeira.

Drachenbaum Sitio Litre
Drachenbaum im Park Sitio Litre in Puerto de la Cruz

Sein lateinische Name ist Dracaena draco, während der Drachenbaum umgangssprachlich auf den Kanaren meist Draguito genannt wird.

Die Drachenbaumblätter sind hart und spitz zulaufend, dabei gruppieren sie sich in faszinierender Art an den Ästen.

Hier sieht man es gut:

Junger Drachenbaum, Teneriffa
Ein junger Drachenbaum

Tatsächlich sieht ein junger Drachenbaum auf den ersten Blick ganz anders aus als ein älteres Exemplar.

Das liegt an der zunehmenden Verholzung und Verzweigung dieser überaus interessanten Pflanzen. Denn ein Drachenbaum altert ganz anders, als alle anderen Bäume. Er bildet auch keine Jahresringe aus, weshalb sich das Alter eines Baumes sehr schwer schätzen lasst. Der Grund dafür ist, dass es sich botanisch um ein Agavengewächs handelt und keinen Baum, wie wir sie sonst kennen. Außerdem bildet ein Drachenbaum auch keine Äste im ursprünglichen Sinne des Wortes, sondern es handelt sich um Verzweigungen des Stammes.

Wie kann man dann das Alter eines Drachenbaumes bestimmen?
Grundsätzlich gilt: je weiter verzeigt der Stamm ist, umso älter ist der Baum.

Alle 10-15 Jahre blüht ein Drachenbaum, und anschließend teilt sich der Stamm. Hier sieht man gut die orangenen Blüten, vor allem rechts oben ist eine Blütenrispe zu sehen:

Drachenbaum mit Blüten
Blühender Drachenbaum

Es handelt sich dabei um eine Blütenrispe. Ein Drachenbaum muss aber mindestens 8-11 Jahre alt sein, bis er das erste Mal blüht.

 

Weitere Drachenbäume auf Teneriffa:

Der älteste und prächtigste Drachenbaum, der zum Wahrzeichen der Insel Teneriffa geworden ist, befindet sich in Icod de los Vinos. Bei diesem sehr reich verzweigten Baum handelt es sich vermutlich um den ältesten Drachenbaum der Welt. Hier zu mehr Infos und Fotos: Drachenbaum in Icod de los Vinos

Weitere bekannte Drachenbäume sind überall auf den kanarischen Inseln zu finden. Da gibt es beispielsweise in Los Realejos auf Teneriffa den unzugänglichen „Drago de Siete Fuentes“ (deutsch: Drachenbaum der sieben Quellen).

In früheren Zeiten gab es einen großen Drachenbaum in La Orotava, in den Gärten der Casa Franchy, aber im Jahre 1867 wurde dieser von einem starken Sturm umgeknickt. Es ist nur eine einzige Fotografie von diesem Drago erhalten.

Unterschiede zwischen alten und jungen Drachenbäumen kann man an den verschiedenen Stellen sehen: unten am Playa Martianez in Puerto de la Cruz stehen die Dracos noch nicht einmal 15 Jahre. Im Park Sitio Litre in Puerto de la Cruz steht auch ein sehr alter Drachenbaum (siehe erstes Foto oben).

Auf der Autobahn TF 16 in Tacoronte in Richtung Tejina steht ebenfalls ein sehr alter Drachenbaum, der schon abgestützt werden muss.

Ansonsten sind überall auf der Insel kleinere sprich jüngere Bäume zu sehen.

 

Drachenbäume auf anderen Kanarischen Inseln:

Weiterhin sehr bekannt sind die Zwillingsdrachenbäume (Dragos Gemelos) in Breña Alta auf La Palma. In der Nähe von Garafí­a auf La Palma findet man die größte Ansammlung von Drachenbäumen des gesamten kanarischen Archipels.

Der „Drago de Pino Santo“ in Santa Brí­gida auf Gran Canaria mit einem Alter zwischen 230 und 900 Jahren.

Weiterhin sind auch auf den Kapverdischen Inseln einige Exemplare zu finden.

 

Drachenbäume kaufen

Bisher konnte man die kanarischen Drachenbäume nicht als Pflanze kaufen, aber seit einiger Zeit gibt sowohl die Samen als auch die Pflanzen bei amazon zu bestellen:

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Weiterhin werden auch andere Pflanzen der gleichen Gattung als „Drachenbaum“ angeboten, die allesamt Zimmerpflanzen sind.
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Drachenblut

Der ganze Baum hat eine besondere Form, ausserdem hat er noch eine andere Besonderheit: in seinen „Adern“ fließt rotes Blut. Daraus wird ein Harz hergestellt. Wegen der roten Farbe heisst das Harz „Sangre de Drago“ – Drachenblut.

Wenn die Rinde oder die Blätter abgeschnitten werden, sondern sie das Harz ab, das oxydierend eine rötliche Färbung einnimmt, bekannt als das Blut der Drachenbäume.

Für die Guanchen (sp. Guanches, die Ureinwohner der Kanarischen Inseln), besaß dieser Baum magische Kräfte. Sein Blut wurde als Heilmittel für alle möglichen Beschwerden eingesetzt. Dieser Glaube kommt zum Teil wegen der auffälligen Farbe des Pflanzensaftes, die den Drachenbaum von allen anderen Bäumen weltweit unterscheidet.

Das Blut des Drachenbaums war schon den alten Römern bekannt, die den Harz als Farbstoff benutzten. Bei Zauberern und Alchimisten war es im Mittelalter sehr begehrt, es wurden ihm therapeutische Fähigkeiten zugeschrieben.

Im XVIII. Jahrhundert wurde es zum Beizen von Mahagoniholz genutzt. Auch zum Polieren (Firnis) wurde das Harz benutzt.

Eine Legende sagt sogar, daß Jesus unter diesem Baum geschlafen hat und dadurch Heilfähigkeit erlangt hat. So wurde das Drachenblut in der Naturmedizin gegen Schmerzen eingesetzt oder um Schnaps zu färben.

Allerlei Liköre werden als Drachenblut verkauft, von denen aber die wenigsten von Teneriffa kommen…:
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Geschichte des Drachenbaums

Stammt der Drachenbaum von einem Drachen ab?

Teneriffa und die Kanarischen Inseln werden oft mit der griechischen Mythologie in Verbindung gesetzt. Wie ich euch bereits erzählt habe, wird vermutet, dass Teneriffa der  Hesperidengarten ist und der feuerspuckende Teide der Drache Ladon, der die goldenen Äpfel bewachte.

Heute wollen wir mal genauer auf den Drachen Ladón mit den 100 Köpfen eingehen. Die griechische Mythologie personifizierte den monstruösen, feuerspuckenden Drachen wie gesagt mit dem Vulkan Teide.

Es wird erzählt, dass der Drache Ladón sich von Atlas ablenken ließ, als dieser die goldenen Äpfel für Herkules aus dem Hepseridengarten stehlen sollte. Es gelang Atlas den Drachen abzulenken und zu töten. Sein feuerrotes, dunkles Blut floss über die Erde und verbreitete sich auf der ganzen Insel.

Das Blut des Drachen soll laut des Mythos in Form von Drachenbäumen gekeimt und gewachsen sein. So erinnern die Drachenbäume auf Teneriffa noch an den 100-köpfigen Drachen Ladón. Sie werden mehrere 100 Jahre alt und sind damit mindestens so langlebig wie die Drachen aus der Mythologie.

Dieser Mythos wäre ja eine Erklärung dafür, dass Drachenbäume nur auf den Kanarischen Inseln wachsen, also endemisch sind. Wenn man den Drachenbaum genauer betrachtet, stellt man fest, dass die vielen verzweigten Äste wie viele Köpfe aus einem dicken Stamm wachsen.

Aus diesem Grund wird der Baum auch Drachenbaum genannt. Also scheint wenigstens der Name der Pflanze von den Drachen zu stammen…